Erste Fassung
"Als der junge Graf Rudolf von Diepholz auszog, kam er an den Hof des Königs von Schweden, wo er unbekannt als Küchenjunge sich verdang, bald aber zu des Königs Kämmerer sich aufschwang. Als er einst bei Verfolgung eines Hirsches sich im Walde verirrt hatte, traf er eine wunderschöne Jungfrau an, die ihm einen kostbaren, mit Edelsteinen verzierten Ring schenkte und ihn auf den rechten Weg geleitete. Als er nun einst bei dem König Wache hatte und dieser den glänzenden Stein bemerkte, musste er ihm seine Herkunft und wie er zu dem Ringe gekommen sei, entdecken. Da gab der König dem Jüngling, den er schon vorher liebgewonnen, seine Tochter Marina zur Gemahlin und eine andere dem Prinzen Primislaus in Pommern, der sich schon länger um sie beworben hatte.
Beider Beilager wurde zu Nicoden an einem Tage gefeiert, und Rudolf kehrte mit seiner Gemahlin und mit großen Schätzen in seine Heimat zurück. Seine Untertanen empfingen ihn an der Grenze des Kirchspiels Goldenstedt, wo die Brücke über die Hunte führt. Die Gräfin warf hier eine Menge Goldmünzen unter das Volk, und von dieser Zeit an führt die Brücke den Namen "Goldene Brücke", wie das ganze Kirchspiel und der Kirchort den Namen Goldenstedt."
Zweite Fassung
"Ein nachgeborener Sohn eines Grafen von Diepholz, wahrscheinlich mit dem Namen Rudolf, trat einst in die Dienste eines nordischen Monarchen, Schweden, und schwang sich durch Talente und Liebenswürdigkeiten zu hohen Hofstellen empor. Es war zwischen 930 und 1042. Dadurch in die Nähe der Prinzessin Marie gebracht, geriet er mit ihr in einen Liebeshandel. Als …
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